Porträts von Naturland Partnern
Staatsgut Kringell
Kringell ist das einzige Bayerische Staatsgut mit 100% ökologischer Landwirtschaft und Tierhaltung. Wer hier seine Aus- und Weiterbildungsseminare absolviert, erlebt Bio am lebendigen Praxisbeispiel. Selbst die Kantine ist nach Naturland Gastrorichtlinien zertifiziert.
Nachwuchskräfte für Bayerns Bio-Landbau
Die Bayerische Staatsregierung hat das erklärte Ziel, 30 Prozent der Flächen im Freistaat ökologisch zu bewirtschaften. Wie gut die Entwicklung vorangeschritten ist, erlebt das Kringeller Küchenteam mit jeder neuen Lieferung: Eier, Milch, Gemüse, Getreideprodukte und mehr kommen in Bio-Qualität von Betrieben aus dem nahen Umland ins niederbayerische Hutthurm. Fleisch stammt von den eigenen Tieren und wird von lokalen Metzgern fachmännisch verarbeitet. Noch bioregionaler kann man die Verpflegung der angehenden Jungbäuer:innen nicht gestalten. Rund um Passau haben viele Höfe ihren Betrieb auf ökologische Landwirtschaft umgestellt. Für Thomas Lehner, der Kringell seit 2023 leitet, ist Ökolandbau eine Wirtschaftsweise, die für schon extensiv arbeitende Betriebe eine gute Möglichkeit zur besseren Wertschöpfung darstellt, den Zusatznutzen für Tierwohl und Ressourcenschonung inclusive. Bereits 2010 wurden Landwirtschaft, Milchvieh- und Zuchtsauenhaltung des Versuchs- und Bildungszentrums gemäß Naturland-Richtlinien umgestellt. In der ebenfalls Naturland-zertifizierten Kantine liegt der monetär bemessene Bio-Wareneinsatz nun offiziell bei rund 70 Prozent, damit konnte die Kringeller Küche mit dem Silberstatus nach Bio-AHV-Verordnung ausgezeichnet werden.
So klappt Bio in der Außer-Haus-Verpflegung
Fragt man Benedikt Wolf, war die Hürde zur Silbermedaille für den Naturland-Gastropartner nicht allzu groß. Der Projektmitarbeiter hat die Aufgabe, das Regierungsziel „25 Prozent Bio in der Außer-Haus-Verpflegung“ von Hutthurm aus voranzutreiben. Die Kantine des Staatsgutes bietet dafür erstklassige Bedingungen: Viele Lieferpartnerschaften bestehen bereits, neue lassen sich in der bioaffinen Region unkompliziert knüpfen. Gerade erst konnte ein Heumilchbetrieb nach gerade mal zwei Telefonaten in die Wertschöpfungskette eingebunden werden. Ein besonderer Vorteil ist natürlich die Tatsache, dass das Fleisch vom eigenen Betrieb bezogen werden kann. Der Kreativität des Küchenteams sind dabei keine Grenzen gesetzt. Denn die Kringeller Rinder und Schweine werden im Ganzen verarbeitet nach dem Motto „from nose to tail“. Die Metzgermeister sind nicht nur als Lieferpartner eingebunden, sondern auch im Bildungsprogramm: In Seminaren geben sie ihr Wissen an die Teilnehmer:innen weiter.