Porträts von Naturland Partnern
ArcheHof Schlickenrieder
Bergschafe und Murnau-Werdenfelser haben eines gemeinsam: Es sind gefährdete Rassen, die auf dem Naturland ArcheHof Schlickenrieder leben. Der Naturland Fair Betrieb hat es sich zur Aufgabe gemacht, sie zu erhalten und als Lern- und Erlebnisbauernhof sein Bio-Wissen weiterzugeben.
Hier wird der Naturland-zertifizierte Biohof zum Klassenzimmer
Vor gut 35 Jahren hat Naturland Landwirt Georg Schlickenrieder im oberbayerischen Otterfing mit Ökolandbau und Tierhaltung begonnen. Und fast ebenso lange ist er Mitglied bei Naturland. Man kennt sich gut und teilt die Begeisterung für eine Landwirtschaft, die im Einklang mit der Natur arbeitet und ihren Nutztieren ein artgerechteres Leben ermöglicht. Als Georg Schlickenrieder 1986 den ersten Offenfront-Laufstall in der Umgebung gebaut hat, wurde er dafür heftig kritisiert. Heute gilt so ein Stall als beste Lösung, um Rindern genügend Bewegungsfreiheit und frische Luft zu ermöglichen. Die Tiere des ArcheHofs sind von Mai bis November außerdem auf der Weide. Georg Schlickenrieder weiß, was er tut, und dieses Wissen über Bio-Landwirtschaft gibt er gerne weiter. Jedes Jahr kommen rund 50 Kitagruppen und Schulklassen auf seinen Bio-Bauernhof, um zu erfahren, wo Milch, Eier und Fleisch herkommen. Und auch Kolleg:innen nutzen die Führungen, um sich über Vorteile und Chancen des Ökolandbaus zu informieren.
ArcheHof Schlickenrieder: ein Ort zum Lernen, Einkaufen und Feiern
Rund 240 Ökohöfe hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in Deutschland zu Demonstrationsbetrieben Ökologischer Landbau erklärt. Der ArcheHof Schlickenrieder ist einer davon. Zugleich handelt es sich um den ersten landwirtschaftlichen Betrieb, der sich – zusätzlich zu den Naturland Richtlinien – 2010 nach den Naturland Fair Richtlinien zertifizieren ließ. Das gilt auch für die Brennerei, in der Früchte vom Hof und der Umgebung zu Hochprozentigem verarbeitet werden. Für Georg Schlickenrieder war dieser Schritt naheliegend. Schließlich ging es ihm noch nie um maximale Gewinne, sondern immer um eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit allen, die an der Wertschöpfungskette beteiligt sind. Über einen Newsletter lädt er seine Kund:innen zehnmal im Jahr zum Hofverkauf ein. Dann werden Bio-Fleisch und Wurstprodukte von den eigenen Lämmern, Rindern und Schweinen, aber auch die Felle der Schwarzen und Braunen Bergschafe verkauft. Der ArcheHof gilt als Ort, an dem Bio zum ganzheitlichen Erlebnis wird und auch Familienfeiern den perfekten Platz finden – mitten in der Natur.